peer-economy
Spannend an einem Waldgarten war für uns dabei die Möglichkeit, auf eine neuartige, andere Art und Weise Essbares anzubauen.
Durch den Anbau verschiedener Pflanzen über mehrere Schichten (Baum-, Strauch- und Gemüseschicht) kann eine Fläche vielfältiger genutzt werden als es bei einer Monokultur der Fall ist. Alle Schichten nehmen dabei eine andere Nische im Ökosystem ein, haben unterschiedliche Ansprüche und Gesetzmäßigkeiten auszutreiben. So ergibt sich eine Kooperation, die es den Pflanzen ermöglicht, die vorhandenen Ressourcen über und unter der Erde wie Licht, Wasser und Nährstoffe vielfältig zu nutzen.
Durch die Nutzbarmachung von Gehölzen zur Nahrungsmittelproduktion wird es für uns möglich, ohne großflächigen Anbau und ohne Einsatz von Maschinen viel Ertrag zu gewinnen. So wirft unser sandiges, dem Wind ausgesetztes Stück Land auf dem Verdener Geestrücken Jahr für Jahr neue spannende kulinarische Köstlichkeiten ab- böse Überraschungen nicht ausgeschlossen ;-).
Unser Projekt ist ehrenamtlich und unkommerziell, d.h. nicht auf den Verkauf von Waren ausgerichtet. Vielmehr ist es als Forschungs- und Vorzeigeobjekt gedacht, bei dem wir mit ungewöhnlichen Pflanzen und Methoden, ebenso wie mit vergessenen, alten Sorten und Werkzeugen experimentieren. Doch nicht nur die Neugier und der Spaß an Gartenarbeit sind es, die für unser "utopisches Gärtnern" wichtig sind, ebenso spielen politische und ethische Überlegungen eine große Rolle. Interessant ist für uns zu gucken, inwieweit Produktion möglich ist ohne den Zugriff auf komplexe Technologie und eine Infrastruktur, die einem wie selbstverständlich Motoren und Sprit zu Verfügung stellt, und wie sie nur unter der kapitalistischen Wirtschaftsweise möglich ist. Energiesparen ist angesagt!
Auch sind wir ein veganes Projekt, halten weder Nutztiere, noch gebrauchen wir deren Eigenschaften oder Produkte für unseren Garten. Anstelle von tierischem Dünger beispielsweise verwenden wir Wildkräuter und Wildgehölze als pflanzlichen Mulch.